Stadtteilschule KIrchwerder

Stadtteilschule Kirchwerder

Fenster zur Marschenlandschaft

Mit dem Neubau der Stadtteilschule in Kirchwerder wird der Ort in Richtung Marschbahndamm südwestwärts erweitert.
Mit sehr einprägsamen langgestreckten, an Scheunen erinnernden Gebäuden entsteht in Kirchwerder eine Schule, deren Architektur sich spürbar durch den Ort hat inspirieren lassen.

Die Gebäude erhalten zum Kirchenheerweg einen ruhigen Vorplatz mit Bäumen, der an die Hofstellen der Marsch- und Vierlande erinnert und der mit Bänken einen attraktiven Pausenort für Schüler der oberen Klassen bietet.

Die langschiffigen Gebäude formulieren an der Kopfseite einen relativ schmalen Durchgang in den zentralen, von Bäumen überstandenen Schulhofbereich, der sich in Richtung freie Feldmark öffnet und damit das weite Fenster in die Marschenlandschaft in den Fokus stellt. Während in dem engeren Bereich zwischen den Gebäuden überwiegend Verbindungs- und Aufenthaltsfunktionen im Fokus stehen, bietet der Hof Richtung Westen mit zunehmender Weite immer mehr Spiel- und Sportangebote.

Ein modellierter Rasenhügel mit Sitzstufen lässt an den Rändern des Hofes Bereiche für gemeinsames Zusammenfinden und spielerisches Erobern des Hügels entstehen. Bei schönem Wetter dienen die Stufen als informelle Erweiterung der Mensaterrasse.

Eingespannt zwischen dem Gebäudetrakt mit Aula und Mensa im Süden und der neuen Turnhalle im Norden gilt es eine Fläche mit den Abmessungen eines Großspielfeldes heraus zu arbeiten. Im Westen begleitet hier der von Norden aus der Siedlung kommende ‚Anger’ die Sportflächen. Diese temporär überflutete Wiesenfläche dient bei Regenereignissen als Retentionsfläche und bietet bei trockenem, schönem Wetter naturnahe Aufenthalts- und Erkundungsflächen.
In Teilbereichen werden leicht vertiefte Mulden geschaffen, in denen sich das Wasser nach Regenereignissen länger staut, damit sich wertvolle Biotope in Form von Reetinseln entwickeln können. Durch das Wechselspiel von Überflutung und Trockenzeiten und intensiver wie extensiver Pflege entstehen in diesem Areal sowohl verschiedene Lebensräume für Vögel und Amphibien, aber auch ein neuer naturnaher Erlebnisraum für Anwohner und Schüler gleichermaßen.

Bauherr: Schulbau Hamburg
Architekt: Thomas Kröger Architekten, Roswag Architekten
LPH: II-IV
Planung/Bau: 2019-2022
Bearbeitungsfläche: 32.500 m2